Sport in Frechen – So war das damals – Teil 1 TS Frechen besiegt den Landesmeister

Foto FGV/Weingarten

Artikel von Martin Bock

Frechen –

Kein Fußball, kein Handball, kein Tennis, kein Volleyball …. im zweiten Corona-Lockdown, in dem der Lokalsport mal wieder auf Eis liegt, ist es nicht immer einfach, unsere traditionelle „Sport vor Ort“-Seite mit Leben zu füllen. Zur Seite gesprungen ist uns der Frechener Geschichtsverein (FGV), der uns in den kommenden Wochen immer wieder zurückführt in eine Zeit mit ausgelassenen Zuschauermassen am Spielfeldrand, herausragenden Leistungen und außergewöhnlichen Sportarten. Im ersten Teil unserer Serie „Sport in Frechen – So war das damals“ berichtet der FGV-Vorsitzende Martin Bock von legendären Handballturnieren in den 1950er-Jahren auf dem Frechener Marktplatz.

Rund tausend Menschen drängen sich auf dem Marktplatz und verfolgen gebannt ein geradezu dramatisches Spiel. Frechen gilt als „Handball-Hochburg im Landkreis“. Im Rahmen der Frechener Sportwoche hatten sich seit 1949 die Turniere auf dem Platz vor dem alten Rathaus als eigenständige Veranstaltung herausgebildet. Dort, wo sich heute ein Parkplatz befindet, kämpften Mannschaften aus ganz Westdeutschland um die Siegerpokale.

Vor der besonderen Kulisse fanden packende Begegnungen statt. Dafür wurde auf dem noch nicht asphaltierten Platz ein Kleinfeld angelegt, auf dem nach Hallenmaßen und -regeln gespielt wurde. Regelmäßig mussten hunderte spitze Steine aus dem Erdreich gebuddelt werden, um die Verletzungsgefahr für die Spielerinnen und Spieler zu reduzieren. Obwohl der Handballverband skeptisch war, ob unter diesen Bedingungen auf einem öffentlichen Platz ein vernünftiges Turnier durchführbar sein würde, entwickelten sich die Frechener Marktplatzturniere zu einem echten Publikumsrenner. In manchen Jahren fanden sogar gleich zwei – eines um Pfingsten und eines im September zur Sportwoche – statt.

1956 war mit dem TSV Nürnberg als bayrischem Handballmeister eine echte Größe zu Gast in Frechen, die gegen die Mannschaft des Gastgebers TS Frechen antrat. Beim Stand von 0:0 wurden die Seiten gewechselt, und kurz danach ging Nürnberg in Führung.

Die Frechener gaben sich aber nicht geschlagen, und Spielführer Hans Gierens sorgte für den Ausgleich. Die Partie ging in die Verlängerung – und Frechen triumphierte: „In einem unwiderstehlichen Endspurt ließen Weiher, Kantereit I und nochmals Gierens keinen Zweifel darüber, wer die tatsächlich beste Mannschaft des Turniers war“, berichtete die Kölnische Rundschau unter der Überschrift „Die Turnerschaft in Galaform“.

Drei Jahre später war es dann aber auch schon wieder vorbei mit den Marktplatzturnieren. Grund war eine neue Hygieneverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen, wonach der Marktplatz asphaltiert werden musste.

Der Aufwand, das Spielfeld dort eigens herzurichten, wurde zu groß, und zudem sollten Sportveranstaltungen auf die neue Stadionanlage „An den 7 Bäumen“ fokussiert werden. Seit den 1970er Jahren fanden – vorwiegend im Jugendbereich – Handballturniere auch auf der Sportanlage Herbertskaul statt.

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